Anmeldungen für das nächste Semester noch möglich
Man lernt etwas für's Leben

Als Prüfungsbeste hat Silvia Lerchenberger (29) aus Landau die Abschlussprüfung zur Hauswirtschafterin an der Hauswirtschaftsschule am Amt für Ernährung, Forsten und Landwirtschaft Landau a.d.Isar-Pfarrkirchen abgelegt.

Kürzlich wurde ihr bei der Freisprechungsfeier das Zeugnis mit der Note 1,44 überreicht. Zuvor hatte sie die Fachschule in Teilzeitform besucht. Für die einsemestrige Fachschule in Teilzeitform hat sie sich aus persönlichen Gründen entschieden.

Corona stellte die Studierenden vor Herausforderungen

Zunächst absolvierte Silvia Lerchenberger an der Schule die Ausbildung als Fachkraft für Ernährung und Hauswirtschaft und machte dann die Abschlussprüfung im Ausbildungsberuf Hauswirtschafterin. Unter den 14 Prüfungsteilnehmern schnitt die Landauerin am besten ab. "Begonnen hat die Ausbildung im September 2020, sie dauerte bis Juni dieses Jahres", sagt sie. Zu den Inhalten gehört die Küchenpraxis, der Haus- und Textilbereich wie die Wäschepflege und das Reinigen sowie das Nähen und Bügeln. Auch der Hausgartenbau ist Inhalt des Studiengangs. Durch den digitalen Unterricht im Lockdown mussten diesmal einige Inhalte per Video vermittelt und daheim in praktischen Übungen erlernt und geübt werden, erzählt die Absolventin. So wurden daheim verschiedene Pflanzen angesät. In ihrem eigenen Garten hat die 29-Jährige bereits zwei Hochbeete angelegt und erfreut sich an der Gartenarbeit.

Flexible Teilzeit-Modelle möglich

Erlernt hat Silvia Lerchenberger den Beruf Bankkauffrau mit Bachelor-Abschluss. Für die Ausbildung zur Hauswirtschafterin hat sie sich schon länger interessiert und schon frühzeitig informiert. Durch berufliche Veränderungen in der Bank konnte sie die Ausbildung in Teilzeit gut in ihren Arbeitsalltag integrieren. Dienstags ganztags nahm sie am theoretischen und praktischen Unterricht teil. Es ist aber auch möglich, die Unterrichtzeit auf sechs Stunden Theorie am Dienstagvormittag und vier Stunden Praxis am Donnerstagvormittag zu verteilen, erklärt Rosemarie Thalhammer, Leiterin der Landwirtschaftsschule Landau an der Isar, Abteilung Hauswirtschaft. Dieses Teilzeit-Model ermöglicht es auch Müttern mit Kindern, am Unterricht teilzunehmen. Auch Männer sind als Studierende angesprochen.

Aus persönlichem Interesse

Überwiegend nehmen die Studierenden der Hauswirtschaft aus persönlichem Interesse daran teil. Es gibt aber auch einzelne Teilnehmer, die diese Kenntnisse im beruflichen Werdegang umsetzen. Bedarf ist zum Beispiel bei der Unterstützung junger Familien vorhanden oder bei der Betreuung von Senioren. "Ganz dringend werden Hauswirtschafterinnen im Dienstleistungssektor benötigt", sagt Rosemarie Thalhammer, "vor allem in Einrichtungen jeglicher Art, in welchen ein hauswirtschaftlicher Betrieb stattfindet - von der Kindertageseinrichtung bis zum Seniorenheim."

Für die Ausbildung ist die Schule bestens ausgestattet mit modernen Fachräumen für Küche und Textilarbeit sowie mit einem Schulgarten. Der theoretische Unterricht wird ab kommendem Semester mit digitalen Boards durchgeführt.

Silvia Lerchenberger bei der TomatenernteZoombild vorhanden

Foto: AELF

"Ich finde, man lernt fürs Leben", so das Fazit von Silvia Lerchenberger. Man könnte die Ausbildung mit einem Strauß Blumen vergleichen, "Theorie und Praxis sind bunt gemischt." Ihr Partner unterstützte sie während der ganzen Zeit. Auch im Familien- und Freundeskreis kam dies gut an, sagt die Absolventin. Zu einem Projekt zum Thema Wäschepflege waren junge Erwachsene aus dem Bekanntenkreis eingeladen, die viele praktische Informationen mit nach Hause nahmen.
Die Prüfungsinhalte sind vielfältig

Für eines der Prüfungsfächer plante sie als "serviceorientierte Dienstleistung" das Tortenbuffet und die Dekoration für ein Brautpaar. Das freute sich über die Überraschung und war rundherum zufrieden. Zwei Torten hat die Hauswirtschafterin zur Hochzeit selbst gebacken. Auch die Haushaltsführung mit Betreuung einer Seniorin musste im Rahmen der Praxisprüfung organisiert werden. Geprüft und benotet werden auch die personen- und zielgruppenorientierte Planung der Verpflegung, die Beurteilung, Reinigung und Pflege von Textilien, Räumen und Wohnumfeld, aber auch Wirtschafts- und Sozialkunde gehört dazu.

Neuausrichtung der Schule
Mit dem kommenden Semester gibt es eine Neuausrichtung an der Schule mit veränderter Fächerauswahl. Zu den Unterrichtsfächern gehören "Familie und Betreuung", Haushalts- und Finanzmanagement, „Ernährung und Lebensmittel“, Berufs- und Arbeitspädagogik Teil I, Landwirtschaft und Erwerbskombination, Projektmanagement und Kommunikation, Küchenpraxis, Haus- und Textilpraxis sowie Garten und Natur. Studierende können mit der Wahl aus dem Angebot dieser Schule persönliche Schwerpunkte setzen wie bei der Vertiefung in den Praxisfächern Küchenpraxis, Haus- und Textilpraxis, Garten und Natur, Medienkompetenz und Öffentlichkeitsarbeit, Hauswirtschaftlicher Betrieb, Unterstützung im Alltag sowie „Landwirtschaft – Vertiefung“.

Das nächste Semester beginnt am 20. September. Es sind noch einige wenige Plätze frei. Umgehende Anmeldungen sind für beide Teilzeitmodelle noch möglich.
Informationen gibt es auf Internetseite der Schule, unter der Email-Adresse poststelle@aelf-lp.bayern.de sowie unter Telefon 09951 693-0. Der Besuch der Schule ist kostenfrei, die Kosten für Unterrichtsmaterialien, Lehrfahrten, Verpflegung etc. sind von den Studierenden zu tragen.