Fächerübergreifendes Schulprojekt an der Hauswirtschaftsschule
Alltagskompetenzen vermitteln – so geht's

Die einsemestrige Fachschule für Ernährung und Haushaltsführung vermittelt Fertigkeiten und Fachwissen rund um Ernährung, Hauswirtschaft, Familien- und Haushaltsmanagement. Für die 16 Studierenden im laufenden Semester Grund genug, das wertvolle Alltagswissen innerhalb eines Schulprojekts weiterzugeben. "Wir wollen Alltagskompetenzen vermitteln", lautete das Thema.

"Unsere Studierenden sollen bei dem fächerübergreifenden Schulprojekt die hauswirtschaftlichen Kompetenzen so aufbereiten, dass sie bei ihrer Zielgruppe ankommen", beschreibt Rosemarie Thalhammer, Leiterin der Landwirtschaftsschule, Abteilung Hauswirtschaft, am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Landau a.d.Isar-Pfarrkirchen die Aufgabenstellung. "Dafür planen sie den theoretischen und praktischen Ablauf und müssen diesen dann auch mit einer Gruppe umsetzen."

Nicht nur planen, sondern auch handeln

Die Studierenden wurden in fünf Kleingruppen aufgeteilt, suchten sich ein Thema, das sie vermitteln wollen und überlegten, wen sie damit ansprechen wollen. Sie erarbeiteten Inhalte, einen Zeitplan und geeignete Methoden für ihre Veranstaltung. Nach guter Planung und Vorbereitung haben die Gruppen in den Osterferien ihre "Schulungsmaßnahmen" durchgeführt.

Kinderleicht nähen

Nähen macht Spaß, die Kreativität wird gefördert und am Schluss entsteht etwas Schönes und Nützliches: der Topflappen. Drei Studierende und drei Kinder gingen ans Werk. Welches Zubehör ist notwendig und worauf ist außerdem zu achten? Diese Fragen galt es zu klären. Im Anschluss ging es ans Bügeln, stecken und zuschneiden der einzelnen Topflappenteile. Die nächste Herausforderung war das Arbeiten mit und an der Nähmaschine. Die Kinder Magdalena, Sophie und Theresa bekamen die Einweisung von den Studierenden Marion Unterholzner, Charlotte Eder und Monika Nachreiner.
Die Kinder erwiesen sich als gute Näherinnen: "Dafür, dass ich sowas noch nie gemacht hab, bin ich gar nicht schlecht", so das abschließende Fazit von Magdalena. Nach zwei Stunden waren die Prototyp-Topflappen fertig. Mit der Anleitung in der Tasche kann nun in den Osterferien zuhause weiter genäht werden.

Balkonkräuter erfolgreich anbauen

Warum nicht den Balkon nutzen, um immer frische Kräuter zur Verfügung zu haben? Helene Eder, Elisabeth Hieber und Daniela Biberger bereiteten das Thema Balkonkräuter auf. Ob auf dem Balkon, auf der Terrasse oder im Garten: Kräuter sind vielseitig verwendbar. Die drei Studierenden hatten eine kleine interessierte Gruppe aus Männern und Frauen eingeladen, um in zwei Stunden Kräuter in den Mittelpunkt zu stellen. Zunächst wurden Kräuter bestimmt und richtig zugeordnet. Dabei galt es zwischen heimischen und mediterranen Kräutern zu unterscheiden. Diese haben verschiedene Ansprüche an den Standort. Sie brauchen unterschiedlich viel Sonne, Wasser und auch unterschiedliche Erde.

Die Gäste sollten dann verschiedene Kräuter an ihrem Geruch und Geschmack erkennen. Nicht alle Kräuter waren gleichermaßen bekannt. Schließlich wurden gemeinsam verschiedene Kräuterschalen bepflanzt, Kräuter mit ähnlichen Standortbedürfnissen zusammen.

Kostproben und Kräutersalz

Nach getaner Arbeit gab es kleine Kostproben unter Verwendung von Kräutern. Und wie kann man Kräuter, die in Fülle im Balkonkasten oder im Garten zur Verfügung stehen, konservieren? Helene Eder erklärte, wie sie selbst Kräutersalz mischen und Daniela Biberger leitete die Gäste dazu an, ein Rosmarinöl herzustellen. "Das sind auch schöne selbstgemachte Mitbringsel, die immer gut ankommen", so die beiden Studierenden.

Das gesunde Pausenbrot

"Wir möchten gerne unseren Kindern das gesunde Pausenbrot schmackhaft machen", meinten Sibylle Gallo, Claudia Heißenhuber, Tanja Maidl und Martina Tröster. Sie luden ihre Kinder in die Schulküche ein, um mit ihnen eine Pausenbrotbox zu befüllen. Dazu wurden gemeinsam mit den Kindern Vollkornsemmeln gebacken, Obst und Gemüse geschnitten und ein Frischkäsedip hergestellt. Und alle kleinen und großen Kinder konnten sich nützlich machen. Sie erarbeiteten mit den Kindern, welche Lebensmittel und Getränke sich für eine gesunde Pause eignen, zudem durften die Kinder - wie in der Schule - ein Arbeitsblatt aus-füllen.

Der Reinigungsmitteldschungel

Eine kleine Ausstellung zu Reinigungsmittel und Reinigungstücher erwartete die Gäste von Cordula Seidel, Simone Niedermeier und Julia Voggensberger. Im Mittelpunkt stand, wie Reinigung und Pflege von Materialien im Haushalt umweltbewusst und kostengünstig durchgeführt werden kann. Reinigungsmittel haben in Abhängigkeit von ihrem pH-Wert unterschiedliche reinigende Wirkung. Um Kalk zu lösen, muss das Reinigungsmittel Säure enthalten. Eine milde und dennoch gut wirksame Säure ist die Zitronensäure. Neutrale Reiniger wie das Spülmittel sind schonend zu Oberflächen. Gute Reinigungstücher erleichtern die Reinigung.
Fenster mit System reinigen

Simone Niedermeier zeigte, wie ein Fenster mit System gereinigt werden kann. Schlieren als Folge von zu viel Reinigungsmittel seien häufig ein Problem beim Fensterputzen. Insgesamt brauche man nur drei bis vier Reinigungsmittel im Haushalt, so das Fazit der Studierenden.

Oberflächen im Haushalt regelmäßig mit milden Reinigungsmitteln zu reinigen, war der wichtigste Vorsatz, den die Teilnehmerinnen aus der einstündigen Schulungsmaßnahme mit nach Hause nahmen.

Projekt Wäschepflege

Kerstin Hauser, Sabrina Feiertag und Silvia Lerchenberger gaben ihr Wissen rund um die Wäschepflege weiter. Gekonnt gingen sie auf die Bedeutung der Pflegesymbole ein, sortierten verschiedene Wäschestücke und gaben Praxistipps zum Vorbereiten der Wäsche. Die Gäste konnten im Hauswirtschaftsraum vor der Waschmaschine die verschiedenen Wasch-Programme kennenlernen. Und dann war da natürlich noch die große Frage: Welches Waschmittel für welche Wäsche? Auch hier konnten die Studierenden weiterhelfen. "Eigentlich steht alles auf der Waschmittelpackung, man muss sich nur einmal die Zeit nehmen diese zu lesen", meinte Sabrina Feiertag.

Zum Abschluss gab es für jeden Gast noch einen kleinen Messbecher. Schließlich soll die Wäschepflege zuhause so umweltschonend wie möglich durchgeführt werden können.