Sozialer Wohnungsbau im Wald
Ein Schwarzspecht baut viele neue Wohnungen im Wald

Junger Schwarzspecht schaut aus seiner Bruthöhle in einer Buche heraus, während der Altvogel am Stamm sitzt.Zoombild vorhanden

Foto: Michael Friedel

Buchen als wichtigste Brutbäume

Der Schwarzspecht ist der größte heimische Spechtart in unseren Wäldern. Als Lebensraum benötigt er große, zusammenhängende Waldbestände mit alten und starken Bäumen. Seine Reviergröße schwankt je nach Ausstattung der Wälder zwischen 150 ha bis zu 800 ha. Sind ausreichend große Wälder mit alten und starken Bäumen vorhanden, kann der Schwarzspecht beinahe alle Wälder besiedeln. Sein wichtigster Brutbaum ist die Buche.

Stämme ab etwa 40 cm Brusthöhendurchmesser werden bevorzugt zur Anlage der geräumigen Höhle genutzt, da diese noch eine genügende Restwandstärke aufweisen und stabil sind. Wo die Auswahl besteht, werden langschaftige Buchen bevorzugt, da diese von Baummardern, die größten Feinde des Schwarzspechtes, schlechter erklommen werden können.
Viele Waldbewohner profitieren von den Bruthöhlen

Mit ihren kräftigen Schnäbeln zimmern Schwarzspechte geräumige Höhlen in die Bäume. Als einer der wenigen Baumeister von großen Baumhöhlen gilt der Schwarzspecht daher als bedeutende Schlüsselart in unseren Wäldern. Sie bauen zudem mehr Höhlen als sie selber benötigen. Die übrigen Höhlen werden dann von vielen Waldbewohnern als Nachmieter genutzt – dazu zählen Hornisse, Fledermaus und Hohltaube. Mehr als 60 Waldarten profitieren von den mühevoll gezimmerten Bruthöhlen. Schwarzspechte werden deshalb auch als „sozialen Wohnungsbauer“ im Wald bezeichnet.