Dr. Petra Loibl nun Schirmherrin
Zum 25. Mal Wald-Wild-Preis überreicht

Die Preisträger des Wettbewerbs.Zoombild vorhanden

Preisträger des 25. Wald-Wildpreises des Landkreises Dingolfing-Landau (© AELF)

Dr. Petra Loibl ist die neue Schirmherrin des Wald-Wild-Preises und Nachfolgerin des bisherigen Schirmherrn. Sie durfte den Preis nun zum ersten Mal überreichen. Bisheriger Schirmherr Staatminister a.D. Erwin Huber verabschiedete sich nach 25 Jahren in dieser Funktion bei seiner Ehrung mit den Worten: „Vergelt's Gott, es war mir eine Ehre.“

Zunächst besichtigten die Preisträger und Ehrengäste die Siegerfläche in Rampoldstetten. Mit einem Durchschnittsergebnis von 43,4 Punkten holte Jagdvorsteher Karl Vilsmeier mit den Jagdpächtern Christian Kelnberger, Thomas Schwaiger und Holger Riedel das Preisgeld von 500 Euro. Auf einer Gesamtfläche von 1.300 Hektar beträgt der Waldanteil 27 Prozent. Die letzten revierweisen Aussagen wurden als günstig eingestuft. An mehreren Waldorten ist eine üppige Naturverjüngung ohne nennenswerte Verbissschäden vorhanden. Sie besteht laut Forstdirektor Peter Stieglbauer vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Landau a.d.Isar-Pfarrkirchen (AELF), der durch ein Waldstück der Siegerfläche führte, überwiegend aus Tannen, aber auch Eichen kommen ohne Schutz durch.

Besonderheit des Erstplatzierten

Die Besonderheit des Erstplatzierten: Seit Bestehen ist dieser laut Stieglbauer bereits vielfacher und verdienter Preisträger. Die aktive Jagdgenossenschaft mit Jagdvorsteher Karl Vilsmeier nehme eine Vorreiterrolle für waldorientierte Jagdausübung ein. Es bestehe eine gute Zusammenarbeit der Jäger innerhalb der Jagdgenossenschaft und mit den Jagdnachbarn. Die Jagd erfolge gemeinsam und erfolgsorientiert mit Blick auf den Wald bzw. die Interessen der Jagdgenossenschaft.

Feierstunde in Warth

Personen besichtigen Waldstück.Zoombild vorhanden

Waldbegang auf der Siegerfläche (© AELF)

Im Anschluss gab es im Gasthaus Baumgartner in Warth eine Feierstunde, zu der Stefan Kerscher, der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Wald-Wild, zahlreiche Ehrengäste begrüßte. Darunter waren neben Schirmherrin Dr. Petra Loibl auch Staatsminister a.D. Erwin Huber, Bundestagsabgeordneter Max Straubinger, stellvertretende Landrätin Manuela Wälischmiller, Albert Menacher als ehemaliger, langjähriger Sprecher der Jagdgenossenschaften, BJV-Kreisgruppenvorsitzender Hans Einhellig sowie Sparkassendirektor Robert Elsberger. Das Geldinstitut förderte den Wald-Wild-Preis mit einem stattlichen Geldbetrag von 1.500 Euro. Elsberger stellte das Engagement seines Hauses in puncto Nachhaltigkeit auch im ökologischen Bereich heraus.

Neun Jagdreviere haben sich beworben

"Sie, liebe Waldbesitzende, bewirtschaften und arbeiten in einer öffentlichen Werkstatt, Ihr Tun und Handeln ist sichtbar." Das Interesse am Wald sei hoch, weil immer mehr mitreden würden, ohne die Zusammenhänge zu kennen. Zwischen Saat und Ernte, zwischen Schützen und Nützen, zwischen Ökologie und Ökonomie ist das Ökosystem Wald laut Dr. Loibl eine Lebensgrundlage der Menschheit. Sie zählte dabei die Schutzeffekte für Natur, Boden, Klima, den Hochwasserschutz und die Trinkwasserqualität auf. Für die Speicherung von Kohlenstoff sowie die Produktion von Sauerstoff sei der Wald die Grundlage, ebenso als Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten. „Sie haben mit Trockenheit, Sturmschäden und Kalamitäten zu tun, Sie pflegen und fördern das Ökosystem Wald, arbeiten mit der Natur und betreiben aktive Pflege und Förderung, weil Sie den Wald nicht sich selbst überlassen. Sie planen, arbeiten und investieren über die eigene Lebenszeit hinaus, dafür herzlichen Dank.“
Die Waldanteile der teilnehmenden Jagdreviere waren sehr unterschiedlich, aber zusammenfassend war bei allen Revieren die Waldentwicklung weit überdurchschnittlich, unterstrich Forstdirektor Peter Stieglbauer. Das habe es der Jury bei der Bewertung heuer nicht leicht gemacht. An zwei Tagen im September wurde die Juryfahrt durchgeführt. Das Ereignis war diesmal äußerst knapp. Für jedes Revier waren 50 Punkte zu vergeben. Das beste und das schlechteste Ergebnis wurden jeweils gestrichen. So wurden beim 1. Platz 43,4 Punkte erzielt, beim 2. Platz waren es 42,86 und beim 3. Platz 42,83. „Die Erfolge draußen können sich sehen lassen“, unterstrich er und erklärte, warum in Zukunft auf die Prämierung der Lebensraumverbesserung in der Feldflur verzichtet werde. Dafür gebe es bereits mehrere staatliche Programme. Auch ging er auf den künftigen Modus des Wald-Wild-Preises ein. Die Verleihung könnte künftig im Drei-Jahres-Rhythmus statt-finden, sagte Stieglbauer mit Blick auf die Vorjahre. Denn 2019 hatte es keine Bewerbungen gegeben. 2020 und 2021 entfiel die Vergabe infolge der Corona-Pandemie.

Eindrücke von der Preisverleihung

Vier Personen mit großem Scheck in den Händen

1. Platz:
Jagdrevier Rampoldstetten

Sechs Personen mit großem Scheck in den Händen

2. Platz
Jagdrevier Nattersdorf-Kugl

Vier Personen mit großem Scheck in den Händen

3. Platz
Jagdrevier Frauenbiburg-Holzland

Politikerin am Rednerpult

Abgeordnete Dr. Petra Loibl

Älterer Herr im Wald

Jagdvorsteher Karl Vilsmeier

Verdienter zweiter und dritter Platz

Den zweiten Platz erzielte das Jagdrevier Nattersdorf-Kugl, Hegegemeinschaft Simbach, mit einem Durchschnitt von 42,86 Punkten. Jagdvorsteher ist Konrad Frischhut, Jagdpächter Xaver Brunner. Auf einer Gesamtfläche von 552 Hektar beträgt der Waldanteil 38 Prozent. Die letzte revierweise Aussage lautet „tragbar“. An zwei Waldorten ist eine üppige Naturverjüngung sowohl auf Freifläche als auch unter Schirm ohne nennenswerte Ver-bissschäden vorhanden. Es besteht eine große Baumartenvielfalt aus Naturverjüngung, darunter Fichte, Kiefer, Weißtannen, Lärchen, Douglasien, Buchen und Birken.
Der dritte Platz ging an das Jagdrevier Frauenbiburg-Holzland in der Hegegemeinschaft Dingolfing mit Jagdvorsteher Mathäus Ruch jun. und dem verantwortlichen Jägern Jonas Pollner und Christoph Bader. Das Durchschnittsergebnis beträgt 42,83 Punkte. Die Gesamtfläche von 501 Hektar hat einen Waldanteil von 25 Prozent. Die letzte revierweise Aussage wird als „tragbar“ eingeordnet. Vor drei Jahren erfolgte die Umstellung auf Eigenbewirtschaftung mit Eigenvermarktung von Wildbret. An zwei Waldorten herrscht eine üppige Tannen-Naturverjüngung ohne nennenswerte Verbissschäden vor. Als Besonderheit wurden einzelne Eiben aus Naturverjüngung ohne Schutz genannt, was sehr selten sei.

Kriterien der Preisvergabe

  • Die Naturverjüngung (möglichst) im ganzen Revier ist standortgerecht und stammzahlreich; sie ermöglicht eine große Entscheidungsvielfalt bei der künftigen Bestandsentwicklung.
  • Mischbaumarten, insbesondere Laubholz (auch aus Pflanzung), sind hinreichend vorhanden.
  • Die Verbissbelastung ist gering und repräsentativ für die Waldflächen im Jagdrevier.
  • Schutzmaßnahmen gegen Wildschäden stellen die Ausnahme dar.
  • Die Gesamtumstände lassen erwarten, dass ein Wald entsteht, der dem derzeitigen Altbestand hinsichtlich Stabilität, Einkommens- und Gemeinwohlsituation mindestens ebenbürtig ist.