Exkursion des Karl-von-Closen-Gymnasiums
Internationale Schülergruppe besucht den Bürgerwald

Besuchergruppe im WaldZoombild vorhanden

© AELF Landau a.d.Isar-Pfarrkirchen
Die internationale Besuchergruppe informierte sich im Bürgerwald.

„Erasmus+“-Projekt des Karl-von-Closen-Gymnasiums Eggenfelden

Schüler und Schülerinnen, sowie Lehrer und Lehrerinnen verschiedenster Länder Europas haben sich bei einem Waldspaziergang mit Förster Gerhard Reiter und Försterin Maria Watzl ein Bild von der im Bürgerwald Eggenfelden praktizierten, naturgemäßen Forstwirtschaft gemacht. Dabei wurden auch die Probleme verdeutlicht, die der Klimawandel verursacht. Die Teilnehmer des „Erasmus+“-Projektes stammen aus Madeira, Rumänien, Schweden, Island und der Türkei. Sie haben ganz unterschiedliche Vorstellungen von einem Wald, geprägt durch die Gegebenheiten in ihren Heimatländern. Da keiner der Gäste Deutsch sprach, übersetzten Schüler der Jahrgangsstufe Q12 die Informationen ins Englische.

Eingangs stellten sich die beiden Förster vor und beschrieben die Aufgaben, für die sie bei der Forstverwaltung zuständig sind. Dazu gehört neben der Beratung der Waldbesitzer und der Bewirtschaftung des Bürgerwaldes auch die Abwicklung der Förderung von Waldbesitzern und die waldpädagogische Arbeit mit Schülern. Dann bekamen die internationalen Waldbesucher einen Überblick über Waldflächen, den Waldanteil und vorkommende Baumarten im Landkreis Rottal-Inn. Der bereits spürbare Klimawandel wurde beschrieben. So sind die Jahresdurchschnittstemperaturen in den letzten Jahren stetig gestiegen und Extremwetterereignisse wie Sommertrockenheit, Starkregen und Stürme häufen sich.

Stabile und klimatolerante Wälder

Im weiteren Wegverlauf zeigten die Förster die Auswirkungen des Klimawandels auf. Freiflächen, die durch Windwurf und Borkenkäferschäden entstanden sind, finden sich in allen Teilen des Bürgerwaldes und müssen wieder bepflanzt werden. Dies geschieht aber nicht mehr wie früher durch reine Nadelwälder, sondern mit gemischten, stabilen, laubholzreichen und klimatoleranten Wäldern. Der Zukunftswald ist ein Mischwald.
Auf vielen verschiedenen Waldflächen konnten sich Schüler und Lehrer davon überzeugen, dass der Bürgerwald bei der Umwandlung in einen Zukunftswald auf einem guten Weg ist. So wurden auf sonnigen Freiflächen Eichen gepflanzt. Die schattenliebende Tanne kann sich bereits unter den Altbeständen natürlich verjüngen. Seltene heimische Baumarten wie beispielsweise Wildbirne, Flatterulme und Elsbeere wurden gepflanzt, aber auch alternative Baumarten wie Esskastanie und Atlaszeder, die ursprünglich aus Italien oder der Türkei stammen, kommen in den Bestand.

Wichtiger Beitrag für Artenvielfalt

Neben der vorbildlichen Bewirtschaftung des Waldes ist Gerhard Reiter als zuständigem Förster auch der Waldnaturschutz ein großes Anliegen. Durch das Belassen von Biotopbäumen mit Spechthöhlen sowie stehendem und liegendem Totholz wird für die Artenvielfalt im Wald ein wichtiger Beitrag geleistet. Der Abschluss der Veranstaltung fand im „grünen Klassenzimmer“ statt: Hier wurde von der Entstehung des digitalen Waldlehrpfades berichtet, der durch P- und W-Seminare von Schülern des Gymnasiums initiiert worden ist. Beim „grünen Klassenzimmer“ handelt es sich um einen Holzbau. Durch die Verwendung von Holz beim Bauen kann aktiver Klimaschutz geleistet werden, da in jedem Quadratmeter Holz fast eine Tonne CO2 dauerhaft gespeichert wird. Die verantwortlichen Lehrkräfte Martina Bachmaier und Matthias Röckl bedankten sich bei den Förstern für die zweistündige Wanderung durch den Bürgerwald Eggenfelden.