Brandschutzwoche widmet sich dem Thema Waldbrand
Waldumbau ist aktive Waldbrandprävention

Zwei Feuerwehrleute erzeugen mit Maschine Rauch im Wald.Zoombild vorhanden

Waldumbau ist auch Waldbrandprävention, lautete eine wichtige Erkenntnis der Übung.

Bad Birnbach/Haarbach – Die diesjährige Brandschutzwoche war ganz dem Thema „Waldbrand“ gewidmet. Es entstand landkreisübergreifend eine der größten Gemeinschaftsübungen, die bisher durchgeführt wurde. Daran beteiligten sich auch Forstleute des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Landau a.d.Isar-Pfarrkirchen.

Schauplatz der Übung war die Lugenz bei Churfürst und damit eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete in der ganzen Region. Die Gegend ist bei Wanderern sehr beliebt. Mitten durch das Waldgebiet führt von Bad Birnbach aus über Grottham die Kreisstraße PAN3, die bald zur PA75 wird, nach Schmelzenholzham und Haarbach. Die Übungsannahme für die Einsatzkräfte lautete: „Nach extremer Trockenheit und heißen Temperaturen über einen Zeitraum von mehreren Wochen kam es aus unbekanntem Grund zu einem offenen Feuer im Waldstück Lugenz. Der Wind weht und das Feuer bereitet sich seinen Weg ins Gelände. Verletzte oder vermisste Personen sind nicht bekannt“. Eine Mammut-Aufgabe für die Wehrleute.

Bewaldetes Gelände.Zoombild vorhanden

Der heiße Sommer 2022 hat gezeigt, dass sich die Einsatzkräfte auch auf solche Szenarien vorbereiten müssen.

Von „Neuland“ sprach Kreisbrandrat René Lippeck, aber das natürlich aus gutem Grund. Der heiße Sommer 2022 habe gezeigt, dass man sich auf derartige Szenarien vorbereiten muss. Vor Ort spielen sich gespenstische Szenen ab: Rauch steigt aus Raucherzeugern auf, dazwischen das Blaulicht von den anfahrenden Fahrzeugen. Sie kommen quasi aus allen Richtungen. Die erste große Aufgabe: Ordnung schaffen, Einsatzgebiete zuweisen und vor allem Wasser herbeischaffen. Wasserführende Fahrzeuge sind rasch vor Ort. Kilometerlange Förderleitungen werden gebaut, darüber hinaus wird ein Pendelverkehr eingerichtet, mächtige Zwischenbehälter für das Wasser werden aufgebaut und weitere Feuerwehren nachalarmiert. Drohnen steigen auf, erste Schläuche werden in den Wald verlegt, um eine erste Widerstandslinie zu bilden.

Die Forstbehörde machte sich selbst ein Bild

Feuerwehrleute vor einem Feuerwehrauto mit LöschpoolZoombild vorhanden

Ordnung schaffen, Einsatzgebiete zuweisen und vor allem Wasser herbeischaffen lautete die Herausforderung (© AELF)

Das betroffene Gebiet ist mit Absperrbändern markiert – und es ist riesengroß. Die ersten Feuerwehren kämpfen sich durch den Wald. Selbst dem Laien wird an dieser Stelle rasch bewusst, wie bedeutend es ist, gerade in solchen Szenarien auch an die eigene Sicherheit zu denken. Denn im dichten Wald genügt schon wenig Rauch, um die Orientierung zu verlieren. „Immer wieder hören wir von Einsatzkräften, die bei solchen Ereignissen in Südeuropa oder Amerika zu Schaden kommen“, berichtet Lippeck. Die Übung erregt größte Aufmerksamkeit. Die Feuerwehrführungen aus beiden Landkreisen sind anwesend, natürlich auch die Rathauschefs aus Bad Birnbach und Haarbach, Dagmar Feicht und Franz Gerleigner. Von der Forstbehörde nehmen Forstamtsrat Janosch Crusilla, Revierleiter des Forstreviers Pfarrkirchen, sowie Forstoberinspektorin Annika Abele teil. Vertreten ist auch die Regierung von Niederbayern durch Florian Ritter.
„Wir sind beeindruckt von der Leistungsfähigkeit der Rettungskräfte sowie ihrer Ausstattung“, so das Fazit von Forstamtsrat Janosch Crusilla. Sein Bereichsleiter, Forstdirektor Maximilian Muninger ergänzt „Wir sind dankbar für die Zusammenarbeit und wollen diese nun intensivieren.“ Aufgezeigt habe die Übung auch, dass der Waldumbau zugleich aktive Waldbrandprävention ist.