Gemeinsam für den Halsbandschnäpper
100 Nistkästen für gefährdete Vogelart zwischen Landau und Plattling

Förster Tobias Schropp steht mit einem Nistkasten vor einem BiotopbaumZoombild vorhanden

Foto: Christian Melis

Die Auwälder der Isar und Donau bieten Lebensraum für seltene Vogelarten. So auch für den Halsbandschnäpper, der nach der Rückkehr aus seinem afrikanischen Winterdomizil auf der Suche nach geeigneten Brutstätten in unserer Region ist. Um den Vogel, der auf der Roten Liste als „gefährdet“ steht, bei seiner Wohnungssuche zu unterstützen, hat die Bayerische Forstverwaltung 100 Nistkästen im Isarauwald zwischen Landau und Plattling angebracht. Bei einem Rundgang nahe Ettling haben die Vertreter der Forstverwaltung den beteiligten Waldbesitzenden das Nistkastenprojekt vorgestellt.

Initiiert hat das Projekt die Fachstelle Waldnaturschutz Niederbayern am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Landau a.d.Isar-Pfarrkirchen gemeinsam mit dem Wasserwirtschaftsamt Landshut und den örtlichen Naturschutzverbänden. „Der Halsbandschnäpper war einst ein häufiger Brutvogel in unseren Laubwäldern“, erklärte Förster Tobias Schropp von der Fachstelle Waldnaturschutz Niederbayern. „Mittlerweile ist er bei uns nur noch in den Wäldern entlang der Isar und Donau zu finden.“ Aber auch hier hat der meisengroße, unscheinbar schwarz und weiß gefärbte Vogel zunehmend Probleme, im Frühling eine geeignete Nisthöhle für die Aufzucht seiner Jungen zu finden. Bis der Halsbandschnäpper im Mai wieder aus seinem Überwinterungsgebiet im zentralen und südlichen Afrika zurückkommt, sind die meisten Bruthöhlen besetzt und häufig nur noch enge oder undichte Baumhöhlen zu finden.

Lebensräume verbessen und vernetzen

Forstdirektor Peter Stieglbauer vom AELF Landau a.d.Isar-Pfarrkirchen sagt, für den Erhalt des Halsbandschnäppers müsse der Lebensraum verbessert und gleichzeitig bereits geeignete Lebensräume miteinander vernetzt werden. „Die Ausweitung des Nistkastenmanagements auf Bereiche außerhalb des Vogelschutzgebiets ist besonders wichtig, damit sich das Halsbandschnäppervorkommen an der Unteren Isar mit dem oberbayerischen Vorkommen in den Isarauwäldern bei Freising verbinden kann.“ Der Gesamtbestand der lokalen Population an der Unteren Isar dürfte zwischen 150 und 250 Brutpaaren liegen.

Dank der positiven Resonanz der Waldbesitzer ist es möglich geworden, im Staatswald, im Kommunalwald wie auch in Privatwäldern Nisthilfen für den Halsbandschnäpper anzubringen. Eine der beteiligten Kommunen ist der Markt Wallersdorf. Bürgermeister Franz Aster zeigt sich erfreut, dass auch im Wald des Gemeindegebiets Nistkästen hängen. Insgesamt beteiligen sich folgende Waldbesitzer an dem Projekt: die beiden Kirchenstiftungen Niederpöring und Ettling, die Pfarrpfründestiftung Ettling, der Markt Wallersdorf, der Rechtlerwald der Gemeinde Otzing und die Wasserwirtschaftsämter Landshut und Deggendorf.

Die Teilnehmer beim Rundgang.

Die Teilnehmer beim Rundgang

Die beiden Förster mit der Gebietskarte.

Die beiden Förster mit der Gebietskarte

Halsbandschnäpper.

Halsbandschnäpper
(© Christoph Moning)

Medienecho