Zwischenfruchtanbau

Schnee-bedeckter AckerZoombild vorhanden

© Anton Maier, AELF

Nach Aberntung der Getreidefelder sollte umgehend mit der Ansaat der Zwischenfrüchte begonnen werden, sofern keine Hauptfrucht folgt.

In den vergangenen Jahren hat sich der Zwischenfruchtanbau und die darauffolgende Saat von Sommerungen als Mulchsaat oder Direktsaat als Standard in der Praxis etabliert – und das ist auch gut so! Im Futterbau- und Biogasbetrieb ist das häufig die Ansaat von Futterpflanzen, wie Weidelgras, Klee oder Kleegrasmischungen, die dann als Zwischen- oder Zeitfrucht noch mehrmals bis zur nächsten Hauptfruchtansaat genutzt werden können.

Zwischenfrüchte bieten zahlreiche Vorteile
Die Gründe für den Siegeszug von Zwischenfrüchten auf landwirtschaftlichen Flächen sind vielfältig. Beispielsweise schützt eine gut etablierte Zwischenfrucht den fruchtbaren Oberboden vor Bodenerosion. Vor allem mit Blick auf immer häufiger wiederkehrende Starkregenereignisse, wird diese Eigenschaft immer wichtiger. Denn jede Tonne Oberboden, die auf der Fläche verbleibt, erhält die Ertragsfähigkeit und damit die Grundlage eines jeden Betriebs. Durch die Speicherung von überschüssigen Nährstoffen nach der Ernte trägt die Zwischenfrucht zudem zur Reduktion von Nitratverfrachtungen im Boden bei.

Durch das Wachstum von Zwischenfrüchten im Sommer und Herbst wird zudem organische Substanz aufgebaut und trägt damit zum Erhalt oder Aufbau von Humus bei. Daneben steigert der Bewuchs vor allem die Wasserinfiltration und verbessert die Bodenstruktur. Diese Eigenschaft kommt besonders in trockenen Jahren dem Boden zugute. Wenn man bedenkt, dass eine ordentliche Zwischenfrucht zusätzlich noch die Artenvielfalt in der Flur unterstützen kann, wird klar, dass der Anbau sein Geld wert ist! Abgesehen von den Vorteilen wird der Anbau für viele Betriebe vor allem durch die gesetzlichen Vorgaben in „roten und gelben Gebieten“ zur Pflicht. Denn Sommerungen dürfen im Frühjahr nur mit stickstoffhaltigen Düngemitteln und in „gelben Gebieten“ mit phosphorhaltigen Düngemitteln gedüngt werden, wenn vorher eine Zwischenfrucht angebaut wurde, die nicht vor dem 15. Januar umgebrochen wird.

Ansaat von der Witterung abhängig
Die Voraussetzungen für die Aussaat von Zwischenfrüchten werden von Jahr zu Jahr immer schwieriger, weil sich die Ernte des Weizens bei Regen verzögert oder in Trockenphasen der Ansaat von Zwischenfrüchten nicht möglich ist. Sobald günstige Ansaatbedingungen herrschen sollten diese für die Vorbereitungsmaßnahmen und die Ansaat genutzt werden.

Ausfallgetreide sowie Problemungräser und Problemunkräuter laufen bei den abgeernteten Flächen oft auch ohne Bearbeitung auf. Ein flacher Grubberstrich mit einer aggressiven Striegeleinstellung sorgt dafür, dass die aufgelaufenen Pflanzen ausgezogen werden und vertrocknen. Trotz ungünstiger Bedingungen, sollte die Aussaat wenn möglich noch vor September stattfinden, damit sich die Zwischenfrucht ausreichend etablieren kann. Dadurch wird gewährleistet, dass der Bestand den verfügbaren Stickstoff aufnimmt und speichert, den Boden durchwurzelt und unerwünschte Pflanzen (Ausfallgetreide, Beikräuter) unterdrückt. Bei günstigen Herbstbedingungen können sich aber auch spätere Herbstsaaten noch einigermaßen etablieren.

Erosionsschutz bei der Saatbettbereitung
Grundsätzlich ist die Bodenbearbeitung zur Aussaat der Zwischenfrucht so zu gestalten, dass eine Sommererosion beim Zwischenfruchtanbau weitestgehend vermieden wird. In der Abbildung ist die Erosion auf einer Fläche dargestellt, auf der die Saatbettbereitung mit dem Pflug und nachfolgender intensiver Bodenbearbeitung erfolgte. Durch das Belassen von Ernterückständen (Stroh und bereits abgestorbenes Ausfallgetreide) auf der Bodenoberfläche, hätte der Boden besser vor Erosion geschützt werden können, bis die Krume durch die Zwischenfrucht wieder vollständig bedeckt ist. Auch bei einer tiefen Lockerung ist demnach ein tiefer Grubberstrich der Pflugfurche im Sinne des Erosionsschutzes bei Gelegenheit vorzuziehen.
Kriterien für die richtige Mischung
Bei der Wahl der Zwischenfrucht gibt es mittlerweile eine große Auswahl. Sie unterscheiden sich in ihrem Wachstum, der Trockenmassebildung, der Jugendentwicklung (Bodenbeschattung Unkrautunterdrückung). Zusätzlich sind die ober- und unterirdische Trockenmassebildung und die Wurzelleistung (Nährstoffaufschluss und -aneignungsvermögen) sehr unterschiedlich. Bei der Auswahl der Zwischenfrüchte, insbesondere von Saatgutmischungen, sollte unbedingt deren Eignung für die betriebliche Fruchtfolge beachtet werden, um die positiven Effekte bestimmter Zwischenfrüchte für die Folgekultur entsprechend zu nutzen.

Zwischenfrüchte mit gutem Futterwert sind vorrangig schnell wachsende Ackergräser, Grünroggen oder Kleegrasmischungen. Auf Feldstücken im Betrieb, in denen aufgrund der Düngeverordnung (nitratbelastete Gebiete) keine Düngung zugelassen ist, werden bei Frühsaaten Zwischenfruchtmischungen mit grobkörnigen Leguminosen empfohlen (Ackerbohnen Erbsen Wicken). Durch ihre rasche Jugendentwicklung binden sie schneller Luftstickstoff als kleinkörnige Leguminosen.

Sollte sich die Aussaat der Zwischenfrüchte witterungsbedingt verzögern, ist vor allem die Wahl einer spätsaatverträglichen Zwischenfrucht entscheidend, um einen ordentlichen Bestand zu etablieren. Hierbei können zum Beispiel die Arten Senf, Ölrettich und Phacelia als Mischungspartner fungieren. Aber auch Weidelgräser können noch bis Anfang Oktober, Grünroggen noch bis Anfang November angesät werden. Hier ist allerdings schon ein größeres Überwinterungsrisiko zu erwarten. Alles in Allem bietet der Markt eine große Auswahl an Mischungen, sodass auch bei späterer Aussaat mit der richtigen Zwischenfrucht ein positiver Beitrag zum Erosionsschutz sowie zum Erhalt der Bodenfruchtbarkeit und zum Futterertrag geleistet werden kann.